Irgendwo sitzt gerade jemand und tippt „Coach für Selbstwert Köln“ in die Suche. Was diese Person zuerst sieht, ist nicht deine liebevoll gestaltete Website. Es ist eine Karte mit drei Einträgen daneben: Name, Sterne, Foto. Wer dort nicht auftaucht oder mit leerem Profil auftaucht, existiert für diesen Moment nicht.
Das Wichtigste in Kürze: Das Google-Unternehmensprofil (früher Google My Business) ist ein kostenloser Eintrag, der bei lokalen Suchen und in Google Maps erscheint. Für Coaches und Therapeut:innen entscheidet es oft über den ersten Eindruck, noch vor der Website. Die wichtigsten Hebel: vollständige Daten, passende Kategorie, echte Fotos, regelmäßige Beiträge und ehrlich beantwortete Rezensionen.
Warum das Profil für Vertrauensberufe so schwer wiegt
Coaching und Therapie sind Nahbereichs-Entscheidungen. Selbst wenn du online arbeitest, suchen viele Menschen zuerst lokal, weil Nähe Vertrauen bedeutet. Google zeigt bei solchen Suchen das „Local Pack“: die Karte mit meist drei Profilen, noch über den normalen Suchergebnissen.
Dazu kommt etwas, das viele unterschätzen: Auch KI-Systeme bedienen sich dort. Wenn jemand ChatGPT oder Gemini nach Empfehlungen in einer Stadt fragt, fließen die Daten aus Unternehmensprofilen, Rezensionen und Verzeichnissen in die Antwort ein. Dein Profil arbeitet also an zwei Fronten gleichzeitig. Wie das größere Bild aussieht, liest du im Beitrag über KI-Sichtbarkeit für Coaches.
Und trotzdem sehe ich bei neuen Kundinnen immer wieder dasselbe: ein halb ausgefülltes Profil, zwei Fotos von 2021, Kategorie „Unternehmensberater“. Das ist, als würdest du deine Praxistür mit einem handgeschriebenen Zettel beschriften.
Die Basis: vollständig, ehrlich, konsistent
Bevor irgendein Feinschliff lohnt, muss das Fundament stehen:
Name, Adresse, Telefonnummer. Exakt gleich geschrieben wie auf deiner Website und in anderen Verzeichnissen. Google gleicht diese Angaben ab; Widersprüche kosten Vertrauen, beim Algorithmus wie beim Menschen. Wer von zu Hause arbeitet und die Adresse nicht zeigen möchte, kann sie verbergen und stattdessen ein Einzugsgebiet angeben.
Die Kategorie. Sie ist eines der stärksten Ranking-Signale. „Coach“, „Psychotherapeut“, „Heilpraktiker“, „Lebensberater“: Wähl die Hauptkategorie so präzise wie möglich und ergänze passende Nebenkategorien. Eine falsche Hauptkategorie bedeutet, bei den falschen Suchen aufzutauchen und bei den richtigen zu fehlen.
Öffnungszeiten, Leistungen, Beschreibung. Die Beschreibung darf nach dir klingen, nicht nach Branchenbuch. Schreib sie so, wie du dich im Erstgespräch vorstellen würdest, mit deinen Themen und deiner Arbeitsweise in normalen Sätzen.
Der Website-Link. Er gehört auf deine Startseite oder eine passende Leistungsseite, nicht auf eine verwaiste Unterseite. Profil und Website sollten sich anfühlen wie zwei Räume derselben Praxis. Wenn die Website dieses Versprechen nicht hält, ist sie die eigentliche Baustelle; dafür gibt es das Webdesign für Therapeuten und Heilpraktiker.
Fotos: der Teil, den fast alle vernachlässigen
Menschen klicken auf Gesichter und Räume, nicht auf Logos. Ein Profil mit einem echten Portrait, Bildern deines Arbeitsraums und Eindrücken deiner Arbeit wirkt wie eine offene Tür. Ein Profil mit Logo und Symbolbild wirkt wie eine geschlossene.
Zwei Dinge haben sich bewährt: Erstens Aktualität. Fotos altern, und ein Profil, dessen letztes Bild Jahre zurückliegt, sendet leise die Botschaft, dass hier niemand mehr hinschaut. Alle paar Monate ein neues Bild genügt. Zweitens Echtheit. Gestellte Stockfotos erkennen Menschen sofort, und in Vertrauensberufen sind sie Gift. Falls du keine brauchbaren Bilder hast, ist das ein lohnender Anlass für authentische Imagefotografie, von der auch Website und Social Media zehren.
Rezensionen: um sie bitten, auf sie antworten
Sterne sind das Erste, was im Local Pack ins Auge fällt. Trotzdem trauen sich viele Coaches nicht, um Rezensionen zu bitten, weil es sich nach Betteln anfühlt. Dabei ist die ehrliche Bitte am Ende einer gelungenen Zusammenarbeit etwas völlig anderes als gekaufte Bewertungen: Du gibst zufriedenen Klientinnen die Gelegenheit, anderen Suchenden den Weg zu zeigen.
Praktisch bewährt: der direkte Bewertungslink (im Profil unter „Rezension anfordern“), verschickt mit zwei persönlichen Sätzen zum Abschluss. Nicht jede wird schreiben, und das ist in Ordnung.
Genauso wichtig: Antworte auf jede Rezension, kurz und persönlich. Geh auf ein Detail ein, statt Textbausteine zu setzen. Bei kritischen Stimmen gilt: ruhig, sachlich, lösungsorientiert, und Diskretion wahren. Gerade in therapienahen Berufen liest jede zukünftige Klientin mit, wie du mit Kritik umgehst.
Beiträge: kleine Signale der Lebendigkeit
Über die Beitragsfunktion kannst du kurze Updates veröffentlichen: ein neuer Blogartikel, ein freier Platz im Gruppenprogramm, ein Impuls. Diese Posts sind keine Wundermaschine, aber sie zeigen Google und Menschen dasselbe: Hier ist jemand da. Ein Rhythmus von einem Beitrag pro Woche, zum Beispiel zum jeweils neuen Blogartikel, ist realistisch und reicht.
Wenn du deine Sichtbarkeit systematisch aufbauen willst, ist das Profil ein Baustein von mehreren. Wie Website, Inhalte und Profile zusammenspielen, zeige ich auf der Seite Sichtbarkeit für Google & KI.
Häufige Fragen zum Google-Unternehmensprofil
Was kostet ein Google-Unternehmensprofil?
Das Google-Unternehmensprofil ist vollständig kostenlos. Anlegen, verwalten, Fotos hochladen, Beiträge veröffentlichen und auf Rezensionen antworten kostet nichts. Anrufe, die behaupten, der Eintrag müsse kostenpflichtig „verifiziert“ oder „freigeschaltet“ werden, stammen nicht von Google und sind ein bekanntes Betrugsmuster.
Brauche ich ein Unternehmensprofil, wenn ich nur online arbeite?
Auch reine Online-Coaches profitieren von einem Google-Unternehmensprofil, weil viele Menschen zuerst lokal suchen und die Profildaten auch in KI-Antworten einfließen. Die Privatadresse lässt sich dabei verbergen; stattdessen gibst du ein Einzugsgebiet an. Sichtbar bleiben Name, Kategorie, Rezensionen und Website.
Wie komme ich bei Google Maps in die ersten drei Ergebnisse?
Die Platzierung im Local Pack hängt vor allem von Relevanz (passende Kategorie und Leistungen), Entfernung zum Suchenden und Bekanntheit (Rezensionen, Verlinkungen, konsistente Einträge) ab. Beeinflussen kannst du davon: vollständiges Profil, präzise Kategorie, regelmäßige Fotos und Beiträge sowie echte Rezensionen mit Antworten.
Wie gehe ich mit einer negativen Google-Rezension um?
Antworte zeitnah, ruhig und sachlich, ohne Details der Zusammenarbeit öffentlich zu machen. Bedanke dich für die Rückmeldung, stelle deine Sicht knapp dar und biete ein direktes Gespräch an. Rezensionen, die gegen Googles Richtlinien verstoßen, etwa Falschdarstellungen von Personen, die nie Klienten waren, kannst du zur Prüfung melden.
Wie oft sollte ich mein Unternehmensprofil aktualisieren?
Ein guter Rhythmus: wöchentlich oder zweiwöchentlich ein kurzer Beitrag, alle paar Monate neue Fotos, und sofortige Pflege bei Änderungen an Zeiten, Adresse oder Leistungen. Ein sichtbar gepflegtes Profil signalisiert Google und Suchenden, dass die Angaben verlässlich sind.





