Die Suche nach jemandem, der deine Website baut, beginnt selten mit Vorfreude. Meistens beginnt sie mit zwanzig offenen Browser-Tabs, in denen alle dasselbe versprechen: modern, professionell, günstig. Allein für „Webdesigner“ liefert Google über 1,8 Millionen Ergebnisse. Kein Wunder, dass viele Coaches diese Entscheidung monatelang vor sich herschieben.

Das Wichtigste in Kürze: Einen guten Webdesigner erkennst du an drei Dingen: einem Portfolio mit erkennbarer Handschrift statt austauschbarer Templates, echten Fragen nach deiner Arbeit im Erstgespräch und einem Prozess, der Strategie vor Gestaltung stellt. Unter 1.000 € bekommst du fast immer Template-Massenware – individuelle Arbeit beginnt im DACH-Raum bei etwa 1.500 €.

Warum diese Entscheidung mehr wiegt als das Logo

Deine Website ist der einzige Ort, an dem eine schlaflose Interessentin nachts um drei in Ruhe prüfen kann, ob sie dir vertraut. Kein Instagram-Profil leistet das, kein Flyer. Wer sie baut, entscheidet mit darüber, wie deine Arbeit wahrgenommen wird – jahrelang. Deshalb lohnt es sich, bei der Auswahl genauer hinzusehen als auf Preis und Lieferzeit.

Sieben Fragen, die einen guten Webdesigner sofort erkennbar machen

1. Hat das Portfolio eine Handschrift?

Schau dir mindestens fünf Projekte an, und zwar live, nicht nur als Screenshot. Wirken die Seiten wie Geschwister aus demselben Baukasten? Dann bekommst auch du das Template Nummer sechs. Gute Designer erkennst du daran, dass jedes Projekt anders aussieht – und trotzdem spürst du überall dieselbe Sorgfalt.

2. Fragt er nach deiner Arbeit oder nach deinen Lieblingsfarben?

Ein Erstgespräch, das mit „Welche Farben möchtest du?“ beginnt, ist ein schlechtes Zeichen. Wer für Coaches gestaltet, muss zuerst verstehen, mit wem du arbeitest, was sich durch dich verändert und warum Menschen dir vertrauen. Die Farben ergeben sich daraus – nicht umgekehrt.

3. Wer schreibt die Texte?

Die häufigste Baustelle unfertiger Websites: Das Design steht, die Texte fehlen. Kläre vorher, ob Textarbeit enthalten ist, ob du selbst schreibst oder ob es Begleitung gibt. Eine schöne Seite mit Platzhaltertexten nützt niemandem.

4. Was passiert mit Suchmaschinen und KI-Sichtbarkeit?

Saubere Technik, schnelle Ladezeiten, strukturierte Daten – das ist heute Grundausstattung, kein Zusatzpaket. Frag konkret: „Was tust du dafür, dass mich Google und ChatGPT finden?“ Wer darauf keine verständliche Antwort hat, baut dir eine hübsche Insel ohne Brücke. Mehr dazu, wie das zusammenspielt, findest du in meinem Beitrag zur KI-Sichtbarkeit für Coaches.

5. Gehört dir die Website am Ende wirklich?

Alle Zugangsdaten, die Domain, das Hosting: Das gehört nach Projektabschluss in deine Hände. Es gibt Anbieter, die Kund:innen über Mietmodelle dauerhaft binden. Das darf eine bewusste Entscheidung sein – aber niemals eine, die du erst nach Vertragsschluss entdeckst.

6. Wie sieht die Betreuung nach dem Go-live aus?

Updates, Backups, kleine Änderungen: Kläre vorher, was nach der Übergabe passiert und was es kostet. Ein fairer Anbieter beantwortet das schriftlich, bevor du unterschreibst.

7. Stimmt die Chemie?

Du wirst dieser Person Persönliches anvertrauen: deine Zweifel, deine Preise, deine Geschichte. Wenn du dich im Erstgespräch nicht verstanden fühlst, wird das Ergebnis es auch nicht sein. Das ist kein weiches Kriterium. Es ist das härteste.

Rote Flaggen, bei denen du weiterziehen darfst

Rabatt-Countdowns („nur diese Woche 60 % günstiger“), selbstverliehene Titel wie „Nr. 1 in Deutschland“, Portfolios ohne klickbare Live-Seiten, Pauschalversprechen wie „Platz 1 bei Google garantiert“. Und: Dumping-Preise. Eine Website für 300 € kann niemand mit Sorgfalt bauen – irgendwo wird gekürzt, meist bei Strategie und Text, also genau dort, wo deine Kund:innen entscheiden.

Was eine gute Website kosten darf

Realistische Orientierung für individuelles Webdesign mit Strategie: ab etwa 1.500 € für einen klaren Onepager, 3.000 bis 6.000 € für einen vollständigen Auftritt, mehr bei umfassender Markenarbeit. Die ehrliche Aufschlüsselung mit allen Zwischenstufen findest du in Was kostet eine Coaching-Website? Und falls du überlegst, ob du nicht doch selbst baust: Genau dafür habe ich einen ehrlichen Vergleich beider Wege geschrieben – selbst machen ist manchmal wirklich die richtige Antwort.

Denk bei der Summe daran, was auf der anderen Seite der Rechnung steht: Eine Website, die Vertrauen aufbaut, arbeitet jeden Tag für dich, beantwortet Fragen im Vorfeld und filtert unpassende Anfragen heraus, bevor sie deine Zeit kosten. Verteilt auf drei, vier Jahre Laufzeit reden wir über den Gegenwert von ein bis zwei Klient:innen pro Jahr.

Wie ich arbeite – falls du mich prüfen willst

Diese sieben Fragen darfst du selbstverständlich auch mir stellen. Meine Antworten stehen auf der Seite Ganzheitliches Webdesign für Coaches, die Projekte im Portfolio sind live verlinkt. Wenn du magst, schauen wir in einem kostenfreien Erstgespräch gemeinsam, ob es passt.

Häufige Fragen zur Wahl des Webdesigners

Was kostet ein guter Webdesigner für Coaches?

Individuelle Arbeit mit Strategie, Design und technischer Umsetzung beginnt im DACH-Raum bei etwa 1.500 € für einen Onepager. Vollständige Coaching-Websites mit mehreren Seiten liegen meist zwischen 3.000 und 6.000 €. Deutlich günstigere Angebote basieren fast immer auf Templates mit minimaler Anpassung.

Woran erkenne ich unseriöse Webdesign-Angebote?

An künstlichem Zeitdruck, Rabatt-Countdowns, Ranking-Garantien und Portfolios ohne live erreichbare Referenzen. Seriöse Anbieter zeigen echte Projekte, nennen nachvollziehbare Preise und drängen nicht zur Unterschrift.

Freelancer oder Agentur – was ist für Coaches besser?

Für Solo-Coaches ist eine spezialisierte Einzelperson oft die bessere Wahl: direkte Kommunikation, eine verantwortliche Ansprechpartnerin, keine Junior-Übergaben. Agenturen lohnen sich bei großen Projekten mit vielen Beteiligten und laufenden Kampagnen.

Wie lange dauert eine professionell erstellte Website?

Rechne mit vier bis acht Wochen ab Projektstart – abhängig davon, wie schnell Inhalte, Fotos und Feedback fließen. Angebote mit „fertig in drei Tagen“ sparen sich den Teil, der wirkt: die Strategie.

Was sollte ich vorbereiten, bevor ich einen Webdesigner anfrage?

Drei Dinge reichen: Klarheit darüber, wen du erreichen willst, zwei bis drei Beispiel-Websites, deren Wirkung dich anspricht, und dein ungefährer Budgetrahmen. Alles Weitere ist Aufgabe des Erstgesprächs.